Stefanraabe's Blog

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Nie wieder Farbe kaufen

Posted by Stefan Raabe - 6. November 2009

Jedenfalls nicht, wenn man auf naturbelassenen Lehm als Wandfarbe steht, wie ich. No-cost Lösung für Erdhöhlenfeeling.

Zutaten: Lehm & Wasser – sonst nix

*voll total Öko & nicht gesundheitsschädlich
*kost nix
*stinkt nicht
*verbessert das Raumklima wg. feuchtigkeitsregulierender Wirkung
*einfach herzustellen
*mir gefällts

Den Lehm habe ich vorher etwas aufbereitet: Den feuchten Lehm und Wasser in einen Kübel getan, dann das ganze mit dem Küchenmixer verquirlt (damit die Lehmklüter sich auflösen), bis sich eine schöne Matschepampe ergeben hat (durchfallartige Konsistenz). Nich zuviel und nich zuwenig Wasser, da muss man ein bisschen probieren.
Da mein Lehm Steinchen (und auch nach dem mixen noch einige unaufgelöste Lehmklumpen) enthielt, hab ich das ganze noch durch ein feines Sieb gestrichen (Ein alter Stahlregalboden mit ganz vielen Löchern), da jede Verunreinigung beim Auftragen nervt.

Das ist etwas zeitaufwändig, für niedere Zwecke im Nichtwohnraum könnte man auch drauf pfeifen und sich die Arbeit sparen. Nicht in jedem Lehm sind Steinchen drin, und wenn man Lehm lang genug in Wasser einweicht, kann man auch die Klümpchen zermixen.
Was sicher auch geht ist Lehmfeinputz vom Baustoffhandel, denn nicht jeder kann ja ein tiefes Loch buddeln und den Lehm zutage fördern. Vorteil ist, das das der ganz fein ist, allerding ist der mit Sand vermischt, und ergibt eine nicht so ganz abriebfeste Oberfläche.
Sand ist da drin, damit der Putz keine Schwindrisse bekommt. Lehm hat die Eigenschaft, sich beim Trocken zusammenzuziehen, das gibt Risse, die man durch Zugabe von Sand und/oder Strohhäkseln oder Haare verhindern kann. Sand schwindet nicht und Pflanzenfasern/Haare wirken als Bewährung (nehmen Zugkräfte auf).

Da ich den Lehm ja nur dünn als Streichputz auftrage, interessiert das hier nur am Rande. Ich benutze puren Lehm ohne alles, da reist nix, weil die Schicht nur sehr dünn ist.

Das Ergebnis vom „Sieben“ ist ein fein-cremiger, klebriger Schlamm, der farbmässig an Nussmuß erinnert (je nach Lehmsorte), nur flüssiger und schmeckt nicht.

Die Wände im Zimmer wurden von meinem Vorbewohner mit einer billigen komischgrünen Dispersionsfarbe gestrichen. Totaler Pfusch, weil darunter Kalkfarbe war, und die Billigfarbe nicht wirklich darauf hielt – überall entstanden weisse Kratzer, wenn man mal unsanft gegen die Wand gekommen ist.
Ich hatte keine Lust, die Farbe runterzukratzen, so hab ich direkt auf die alte Farbe gestrichen.

Durch das dunkle Grün musste die Lehmfarbe entweder in zwei Durchgängen mit einem Schwamm oder langsam aber deckend mit einem kleinen Pinsel aufgetragen werden. Die zweite Variante dauerte bei mir zwar länger, brachte aber ein besseres Ergebnis.
Damit das Grün nicht durchschimmert, musste ich wirklich dick und gefühlvoll pinseln, ohne den Pinsel stark aufzudrücken. Wobei man beim Streichputz ja auch mit verschiedenen Farbeffekten spielen kann.

Hab das ganze auch schon mal direkt auf Ziegelmauerwerk appliziert – sieht auch spitze aus.
Übrigens wird der Putz beim Trocknen um einiges heller. Tüchtig heizen und lüften hilft beim trocknen, nach etwa einem Tag ist das Wasser dann raus.
Die Wandoberfläche ist dann extrem abriebfest, vergleichbar mit einem Zement oder Kalkputz.

Mich würd noch interessieren, ob man die Pampe auch irgendwie abtönen kann – wer weiss was darüber?

Ein Blick in die Wikipedia ist auch interessant:
http://de.wikipedia.org/wiki/Lehmputz

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Ausfahrt mit dem Twike

Posted by Stefan Raabe - 2. Oktober 2009

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Prototyp vom Scheibengenerator fertig

Posted by Stefan Raabe - 2. Oktober 2009

Lieber zu spät bloggen als nie:

Die ausgelaserte Rotorscheibe musste noch abgedeht werden, hat sich durch die Hitze des Lasers verzogen. Das nächste mal wird spezielles, spannungsarm geglühtes Laserblech verwendet, ist zwar teurer, spart aber hoffentlich einen Arbeitsgang:

Hier noch weitere Bilder:

Hier die Anlage im Betrieb:
http://www.myvideo.de/watch/6923954/Scheibengenerator_WIndanlage

Thread im Windkraftforum:
http://www.kleinwindanlagen.de/Forum/cf3/topic.php?t=2423

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Dach gedeckt

Posted by Stefan Raabe - 24. September 2009

Die Dächer der Gebäude, an denen gerade im Kombinat gebaut wird, sind fertiggestellt. Mit 2,5 Leuten haben wir etwa 10 Stunden gebraucht.
Wir haben die Befestigungsbohrungen auf dem Boden hergestellt (1 Blech als Schablone genommen, dann 3-4 Bleche übereinander gebohrt).
Es empfielt sich, vor dem Montieren die Positionen von Blechanfang und -ende auf dem Holz zu markieren und vor dem Festschrauben nach den Strichen auszurichten.

Nun warte ich gespannt auf die Lieferung der PV-Anlage.

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Solarbaustelle

Posted by Stefan Raabe - 18. September 2009

In 4 Tagen wurden die Oberfundamente gemacht und der Rohbau von den beiden Schuppen nahezu aufgestellt. Auf die Dächer werden 18kW Solarpaneels zur Netzeinspeisung installiert, ein Schuppen wird als Werkstatterweiterung genutzt, der andere um Maschinen und Baumaterial zu lagern.
Es fehlen jetzt noch die Dachbleche mit PV-Anlage.

Bilder:
http://tinyurl.com/lx3ssv

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Windkraftanlage – Workcamp 17.-31. August

Posted by Stefan Raabe - 12. September 2009

Es wird Zeit mal an irgendeiner Stelle was über mein internationales Workcamp zu schreiben, das ich organisiert und geleitet habe. Stattgefunden hat das auf dem Hof wo ich lebe, gekommen sind 7 internationale Gäste (Frankreich, Russland, Italien, Ukraine, Japan und Korea), sowie im Durchschnitt vier Freunde, die Fulltime mitgearbeitet haben. Arbeitsaufgabe war einen Stahlrohrmast für eine 14m hohe Windkraftanlage aus Rohmaterial zu fertigen, anzupinseln, Fundamentanker einzudrehen und alles zu montieren und die Eigentliche Anlage instandzusetzen (anschleifen und neu lackieren). Das Herzstück der Anlage, der Kopf (Gondel) mit Rotorblättern und Generator lag hier schon eine Weile auf Lager, komplett zerlegt auf die Reaktivierung wartend.

Mein Eintrag wird sich vor allem um die technischen Dinge drehen.

Das Ding nennt sich Passat AS 2, hergestellt von einer Firma, die sich Aquasolar nannte, mittlerweile ist von dieser Firma nichts mehr zu hören. Es wurden wohl nur ein paar Dinger davon hergestellt und vertickt.

Der Rotordurchmesser ist 4,4m, die Nennleistung ist 2kW Drehstrom, das ganze ist wahnsinnig robust (120kg schwer) auf einem technischem Niveau, das man es mit Flex, Schweissgerät und Drehmaschine selbst bauen kann. Lediglich die Rotorblätter sind laminiert, da bedarf es speziellerer Kenntnisse im Kleben und Formenbau.

Der Mast ist aus zwei 6m-Stahlrohren gefertigt, 108mm Durchmessser, in der Mitte durch angeschweiste Flansche + Knotenbleche verschraubt, ganz oben ist ebenfalls ein Flansch angebracht, wo der Kopf dran verschraubt wird. Unten gibt es einen Mastfuss, bestehend aus massiven 160×65 U-Stahl, wo in 2m Höhe ein Drehgelenk angebracht ist. Ganz unten am Hauptmast ist ein 3m langer Hilfsmast (Jütbaum) verschraubt, der die Zugkraft des Seils beim Aufrichten in einen günstigeren Winkel umlenkt.

Alles ist selbst aus Halbmaterial gefertigt, nur die 3 Flansche wurden aus Zeitgründen in einer Firma, wo ich vor einigen Jahren gelernt und gearbeitet habe, zum Selbstkostenpreis ausgelasert.

Die ganze Anlage wird durch 3 Stahlseile abgespannt, eins davon wird zum Hochziehen verwendet. Dazu wurde ein 1,5t Greifzug angeschafft (auch Luxemburger genannt).

Der Mastfuss ist auf 3 Erdankern mit M20 Gewinde verschraubt. Die werden einfach in die Erde gedreht und können etwa 5 Tonnen Druckkraft von oben aufnehmen. Nur für seitliche Kräfte, die ja im Betrieb praktisch nicht auftreten, sind sie nicht ausgelegt. Beim Aufrichten treten jedoch seitliche Kräfte auf, die durch Spanngurte an den Seilabspannpunkten abgefangen werden mussten.

Die 3 Abspannpunkte bestehen ebenfalls aus 1,5m langen Erdankern mit stabiler Öse obendran, die eine Zugkraft von 2  Tonnen (+ Sicherheitsfaktor) aufnehmen können. Die maximale berechnete Kraft, die normalerweise nie auftritt (70 m/s Windgeschwindigkeit) sind 2 Tonnen Zugkraft am Drahtseil. Die maximale Druckkraft aufs Mittel“fundament“ sind 2,5 Tonnen. Das Stahlseil und alle Abspannelemente (Kette zum Toleranzausgleich, Spannschloss, Verbinder, Schäkel) mussten also für 20kN ausgelegt werden. Die Abspannung war mit Abstand der teuerste Teil der Anlage, und dass obwohl ein hier vorhandenes 14mm Drahseil verwendet werden konnte.

Eine weitere Aufgabe war etwa 70m Kabelgraben auszuheben, für das Energiekabel und ein Netzwerkkabel als Datenleitung. Wir entschieden uns hierfür einen Minibagger zu mieten und haben auch alles an einem Tag incl. zuschieben geschafft, zwar mit Überstunden, aber immerhin.

Die erzeugte Energie soll übrigends das Brauchwasser in Herbst/Winter/Frühling per elektrischen Heizspiralen erhitzen und kann auch einen Beitrag zur Raumheizung leisten. Mit Windstrom heizen ist technisch gesehen das einfachste, weil man auf aufwändige Regelungen verzichten kann. Der Heizspirale ist es egal, welche Spannung oder Frequenz anliegt, sie wird immer Wärme erzeugen. Wo man trotzdem nicht drum herumkommt ist ein ausgeklügeltes Lastmanagment, das die Heizwiderstände je nach Windleistung an oder wegschaltet. Aber das später.

Eine Option ist das System später dahingehend zu erweitern, dass Energie in Akkus gespeichert wird. So oder so muss es aber Heiz/Lastwiderstände geben, die die Anlage z.B. bei vollen Akkus bremsen.

Netzeinspeisung ist aus technischer Sicht am effizientesten, aber die Geräte hierfür sind entweder sauteuer oder nicht für den Spannungsbereich unserer Anlage geeignet (50-200V). Desweiteren benötgt man einen weiteren Stromzähler und die Vergütung beträgt nur irgendwas um die 7ct/kWh. Ohne genaue Kalkulation würde ich mal behaupten, dass sich Netzeinspeisung bei einer 2KW Anlage nicht lohnt. Vielleicht auch doch, weil die Anschaffungskosten gering waren und keine Arbeitsleistungen bezahlt werden mussten.

Leider ist uns das Aufrichten nicht gelungen, die Hilfskostruktion zum Aufrichten hat sich nicht als stabil genug erwiesen und ist beim Aufrichten zur Seite ausgewichen und hat den Flachstahl für die Verschraubung des Hilfsmastes verbogen (immerhin 10x60mm, verbogen in die 60mm Richtung!). Entweder muss das stärker ausgeführt werden, oder es muss eine feststehende, vom Mast unabhängige  Hilfskonstruktion aufgebaut werden.

Ohne den Mastkopf  konnten wir den Mast problemlos aufrichten, nur mit Kopf war es nicht möglich. Mit montierten Kopf hat auch das Mastrohr einen ordentlichen Bogen beim hochziehen gemacht, aber alles im elastischen Bereich. Da besteht auch Nachbesserungsbedarf.
Ich werde mich die nächsten Wochen weiter darum kümmern, jetzt haben die geplanten Schuppen für die PV-Anlage Vorrang.

Hier ein paar Bilder:

Flansch oben
Oberster Flansch, an dem der Mastkopf befestigt wird. Die Bohrungen in den Knotenblechen nehmen die Schäkel für die Spannseile auf.

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Schweissen der Flansche

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Bohren der Löcher fürs Mastdrehgelenk/Fixierbolzen

Flansch Mitte
Flansch für die Verschraubung der 2 Mastteile

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Mastkopf, ohne Rotorlager, Generator, Windfahnen etc. vor der Farbgebung

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Mastfuss vorm Schweissen am Aubauort zur Prüfung der Bohrungen für die Verschraubung

Mastfuss 1
Mastfuss nach dem Schweissen vor der Farbgebung

_MG_0754
lackiertes Mastteil

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Alle Teile neu lackiert am Aufbauort

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Die Rotorblätter

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Erdanker für die Seilabspannung. Die Dinger sind für 2 Tonnen Zugkraft ausgelegt

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Eindrehen der Erdanker

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Der Mastfuss am Aufbauort

DSCF0991
So sieht die Verschraubung aus

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Zuschieben des Kabelgrabens

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Noch liegt der Mast

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Verbindung der Mastteile

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Befestigung der Abspannseile

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Aufrichten mit Hilfe der Winde

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Aufgerichteter Mast

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Mastfuss mit Mast

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Der Untere Teil der Seilabspannung mit Kette, Spannschloss, Schäkel, Erdanker

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Mast wieder runter, um den Kopf zu montieren

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Fertig motierter Anlagenkopf, noch ohne Rotorblätter

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Riementrieb + Generator

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Die verbogene Jütbaumbefestigung nach dem 2. Aufrichtversuch mit Mastkopf

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Neuanschaffung Waschmaschine Miele WS 5426

Posted by Stefan Raabe - 11. September 2009

Da unsere WG-Waschmaschine (eine bestimmt 20 Jahre alte „Hanseatic“) nach einigen Reparaturen den Dienst quittierte und auch die (für genau diesen Fall) alte eingelagerte Siemens nach 2 Wochen streikte, musste eine Entscheidung her, was für eine neue (gebrauchte) Maschine es jetzt sein soll. Solange draussen die Sonne scheint und Solarwarmwasser macht ist Handwäsche ganz nett und trainiert Muskelgruppen, die normalerweise nicht benutzt werden.

Da meine Ansprüche an Neuanschaffungen wie üblich astronomisch hoch sind, muss das gewünschte Gerät meine besonderen Anforderungen erfüllen, um an unserem Haushalt teilnehmen zu dürfen.

Jeder Media-Markt Verkäufer würde davonlaufen (wenn es denn von mir favorisierte Maschinen dort gäbe), wenn ich nach Austauschbarkeit der Teile von anderen Modellen, Verbreitung des Modells wegen Ersatzteilverfügbarkeit in 20 Jahren, Preise für Kugellager, Motoransteuerung und und interne Schnittstellen fragen würde.

Haushaltsinsider berichteten mir von Miele-Waschmaschinen, ewig haltbar, reparabel, hochwertig, die Königsklasse der Waschmaschinen. Und siehe da, die Suche nach Gewerbe/Industriewaschmaschinen beim großen Auktionshaus hat mich zu eben dieser Marke geführt.
Ja, es sollte eine wirklich hochwertige Maschine sein, darum kam nur eine in Frage, die üblicherweise auch von Gewerbetreibenden benutzt wird. Also in Hotels, Kindergärten, Bäckereien. Und Waschsalons natürlich.

Da eine neue Maschine das vorhandene Budget um ein vielfaches übersteigen würde, muss auf jeden Fall eine Gebrauchte her.

Nach kurzer eBay-Recherche fiel die engere Auswahl auf 4 (ähnliche) Miele Maschinen: WS 5025, WS 5026, WS 5425, WS 5426. Auserwählt und bestellt wurde die letztere.

Die 5025/26 sind ältere Maschinkas mit mechanischem Schaltwerk, ohne Sanftanlauf (Thyristorsteuerung war damals noch zu teuer), eckiger als die 54er-Serie und eben einfach älter. Und sicher auch weniger sparsam, dafür ein Drittel billiger.

Allein bei der WS 5426 habe ich noch 3verschiedene Ausführungen entdecken können, eine ohne Schleuderstopp, eine mit Schleuderstop und 13 Programmen, und eine mit Schleuderdrehzahlwahl, Startzeitvorwahl und 23 Programmen. Und es gilt zu beachten, das einige Maschinen mir Ablaufventil angeboten werden. D.h. es gibt keine Laugenpumpe, sondern nur ein Ventil das das Wasser der Schwerkraft folgend rauslaufen lässt. Ist wohl langlebiger, weil sich nix dreht, aber man bräuchte einen Bodenablauf, unpraktikabel im Haushalt, aber auf X Jahre gesehen Reparaturkostensparend.

Die letzte Ziffer gibt übrigends die Füllmenge an. 5 oder 6kg. 6 kg sind immerhin 20% mehr, wobei aber nicht 20% mehr Wasser oder Energie verbraucht wird. Aus dem Grund ist es eine 6kg Maschine, haushaltsüblich ist 5kg. Alle genannten Maschinen verfügen über einen Kalt- und Warmwasseranschluss sowie einen Drehstromanschluss. Lässt sich aber auch mit Lichtstrom betreiben, dann mit halber Heizleistung. Das ist der einzige Vorteil von Drehstrom, das Aufheizen dauert nur halb so lang. Ich hätte mir ja eine Maschine gewünscht, wo auch der Motor effizient umrichtergesteuert auf Drehstrom läuft, aber das gibts wohl nur bei Grossanlagen.

Warmwasseranschluss war übrigends ein weiteres Kriterium für eine (Industrie)Maschine, da unser Warmwasser perspektivisch mit der Sonne bzw. Holzkessel/BHKW erzeugt wird.

Die Miele Gewerbemaschinen scheinen recht verbreitet zu sein, so gab es etliche Angebote in der Bucht, auch eines zum Wunschpreis von 600,- zzgl. Versand. Vom Händler überprüft (ich hoffe nicht nur von aussen) mit 12 Monaten Garantie versteht sich. Was anderes würde ich nicht machen. Wobei sich ganz gut daran rumbasteln lässt, Ersatzteile bekommt man gebraucht recht günstig, wohl eben weil die Maschinen recht verbreitet sind/waren.

Bei den 5kg-Maschinen sind die Laugenbehälter und die Trommeln übrigends baugleich mit denen der Haushaltsmaschinen. Nicht unbedingt hilfreich diese Info, denn üblicherweise gehen diese Komponenten nicht kaputt.

Die Lager bei den 5kg Maschinen sind die gleichen wie bei den 6kg Maschinen, sollten also bei der 5kg Variante statistisch gesehen ein paar Tage länger halten. Im übrigen führt nicht die Belastung durch das Trommelgewicht zum Lagerverschleiss, sondern undicht werdende Wellendichtringe (Simmerringe), die wohl aus dem Grund undicht werden, weil Maschinen i.d.R. nicht gepflegt (d.H. regelmäßig entkalkt) werden.

Was gibts sonst noch zu schreiben? Die Maschinen gibts in Volledelstahlausführung oder nur mit Edelstahldeckel. Die Stossdämpfer halten wohl ewig, das hat mir jeder Händler bestätigt. Die Einfüllluke ist sehr stabil gebaut, wer will kann die Programme abändern (umprogrammieren), alle Teile (bis auf  Trommel und Laugenbehälter) sind zwischen den 5 und 6kg Varianten austauschbar, es gibt eine Schnittstelle für einen Münzautomaten.

Die Waschzeit beträgt dank 5,4kW Heizleistung grade mal 35 Minuten beim 60° Programm, und die (6kg) Maschine verbraucht 52l Pro Waschgang. Obwohl die Baureihe schon 10 Jahre auf dem Markt ist, ist das unschlagbar sparsam (eine moderne 5kg Maschine verbraucht so 45l) . Schleuderdrehzahl ist 1200 rpm, und das Ding hat eine Ist-Temperatur- und Restzeitanzeige.

http://cgi.ebay.de/Miele-Waschmaschine-Industriegeraet-WS-5426-Professional_W0QQitemZ160360184149QQcmdZViewItemQQptZDE_Elektronik_Computer_Haushaltsger%C3%A4te_Waschmaschinen_Trockner?hash=item2556363955&_trksid=p3286.c0.m14

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Scheibengenerator

Posted by Stefan Raabe - 1. Juli 2009

Ein von mir mitkonstruierter Scheibengenerator für eine Kleinwindanlage. siehe auch

http://www.kleinwindanlagen.de/Forum/cf3/topic.php?t=2423&page=2
Bestückt mit 12 Neodymmagneten 40x40x20 Stärke N52. Die Statorscheibe wird aus Epoxydharz gegossen, und die Spulen eingebettet. Die zweite Statorscheibe dient dem magnetischen Rückfluss. Das Lager und Lagerbock sind Normteile. Die zwei Statorbleche (10mm dick) und Statorhalter (3-Arm, 5mm dick) werden ausgelasert.

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Tausch der Hydraulikpumpe beim Belarus MTS 50

Posted by Stefan Raabe - 21. Juni 2009

Nachdem die alte Hydraulikpumpe Nsch32Y nach erfolgter Abdichtung (Simmerring 42×25+ Flanschdichtung zwischen Pumpe und Antriebsgehäuse gewechselt) genauso geleckt hat wie vorher, habe ich eine neue für 119,- bei Firma Fricke bestellt, die auch prompt am nächsten morgen da war.
Wie sich zwischenzeitlich rausgestellt hat, hat an der orginal verbauten Pumpe schon mal jemand rumgepfuscht. Nach Zerlegung hat sich herausgestellt, dass diese ist zwischen den beiden Gehäusehälften undicht geworden ist, weil eine winzige Dichtung nicht an der Druck-, sondern an der Saugseite montiert war. Die Pumpenabdichtung wurde also mit ca. 140 bar Öldruck belastet, wofür diese auf Dauer nicht ausgelegt war. Nach Tauschen der Dichtung und neuer Abdichtung der Gehäusehälften habe ich nun also noch die alte regenerierte auf Lager liegen (obwohl die Dinger normalerweise unkaputtbar sind).
Die Leckage war plötzlich aufgetreten, nachdem ich mit dem Frontlader ein bischen schwer gehoben habe.

Die alte Pumpe
Die alte Pumpe

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Die neue Pumpe ist etwas kürzer

Das Ausbauen gestaltet sich einfach, wenn man weiss, welche Leitungen vorher demontiert werden müssen.
Zu allererst muss das Hydrauliköl abgelassen werden, welches bei den älteren Belarus-Traktoren serienmässig normales Motorenöl ist. Die Ablassschraube ist rechts unten vor der Kabine (unter dem Hebel, wo der Pumpenantrieb geschalter werden kann. Im Tank sind etwa 20l, damit sich das Ablassen nicht wie bei mir zur Umweltsauerrei entwickelt, ist eine gute Vorbereitung nötig. Ein Trichter mit etwa 30mm Auslassdurchmesser aufgestecktauf 50er HT-Rohr in einen Kanister mündend konnte die Ölflut nicht bewältigen.

Als erstes habe ich mir für zukünftigen Aderlass eine Ablassvorrichtung gebaut. Das Einschraubgewinde ist Feingewinde M20x1,5. ein Stück 1/2″ Wasserrohr oder Doppelnippel auf der einen Seite mit M20x1,5 (auf 20mm abdrehen), auf der anderen Seite versehen (für 1/2″ Kugelhahn) ist dafür nötig. An die zweite Seite des Kugelhahns habe ich noch ein Stück Rohr eingeschraubt, um einen Schlauch draufzuschieben. Eingedichtet habe ich das Ganze mit Teflondichtband.

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Da sitzt die Ablassschraube

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Ablasshahn für Hydrauliköl

Es empfielt sich, alle genannten Verbindungen vorher gründlich zu reinigen, damit so wenig wie möglich Dreck ins Hydrauliksystem kommt.

Um die Pumpe demontieren zu können, müssen die beiden Leitungen abgeschraubt werden, die den Hydraulikzylinder für die 3-Punktaufnahme versorgen. Diese haben am Steuerblock Überwurfmuttern, am Zylinder Schnellkupplungen. Darauf achten, das die Leitungsenden verschlossen werden, damit kein Schmutz ins System gelangt. Da die Leitungen an einer Stelle durch die Kabine gehen, wo sich gerne Schmutz und Nässe sammelt, rosten diese gerne mal durch. Also bei Rostschäden sicherheitshalber austauschen, zur Not gehen auch 12er Hydraulikschläche. Ich habe meine vom Dreck befreit und neu lackiert. Genügend Lappen bereithalten, das ganze ist eine ziemliche Sauerei.

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Die Leitung in der Bildmitte muss raus.

Als nächstes kommt die Leitung weg, die vom hydraulischen Raddruckverstärker zum Druckspeicher über der linken Hinterachse unter der Kabine führt. Die rauszukriegen ist etwas gefummel, aber es geht. Hier auch auf jeden Fall die Enden vor der Wiedermontage verschliessen.

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Die Verschraubung für die Leitung zum Druckspeicher

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Anschluss am Druckspeicher über der Achse

Nun ist der druckseitige (rechte Seite) Anschluss der Pumpe dran. Mit einer 1/4″ Ratsche und 12er Nuss + langer Verlängerung kommt man gut an die 4 Schrauben. Am Steuerblock,wo die Ringöse befestigt ist hilft eine eine 36er Nuss mit Knebel, ich musste den Hebel noch verlängern, weil die Hohlschrauche wahnsinnig fest saß. Und nicht vergessen, Lappen unterlegen. Die Kupferdichtringe kann man wieder weichglühen, oder neue verwenden. Die Gummidichtung im Flansch habe ich auch erneuert.

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Druckseitiger Anschluss der Pumpe

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Ringöse + Hohlschraube der Druckleitung am Steuerblock

Der Bogen linksseitig der Pumpe muss auch entfernt werden, was mit der kleinen Ratsche keine Probleme bereitet. Die Flachdichtungen habe ich erneuert. Laut Explosionszeichnung sollen jeweils 2 gleiche Dichtungen übereinander montiert werden. Mit jeweils nur einer ging es bei mir, zwei Stück wären zu dick geworden. Vielleicht war das Dichtungsmaterial in Weissrussland früher dünner.

Die zwei oberen der vier 10er Muttern, mit denen die Pumpe besfestigt ist, sind etwas schwer erreichbar, mit einem Gabelschlüssel kann man immer nur wenige Grad drehen. An die unteren kommt man gut mit einem Ringschlüssel ran. Sind alle gelöst, kann man die Pumpe nach hinten abziehen. Evtl. mit grossem Schraubenzieher oder Brechstange nachhelfen, so alte Dichtungen entwickeln mit der Zeit eine enorme Klebkraft.

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freigelegter Pumpenantrieb hinter der Pumpe

Wenn die Dichtung hinter der Pumpe matsch ist, eine neue Verbauen. Normalerweise dürfte nicht viel Lecköl von der Pumpe kommen, wenn der Simmerring i.O. ist. Falls doch, läuft das ins Getriebe und vermischt sich mit dem Getriebeöl. Hauptsache schmiert.

Zusammengebaut wird alles in umgekehrter Reihenfolge. Alle Dichtstellen müssen natürlich vorher gründlich gereinigt und inspiziert werden. Und nicht versehentlich irgendwelche Papierstöpsel in den Leitungsenden lassen (wie mir beim ersten mal passiert, ist dann in der Druckleitung und dem Überströmventil hängengeblieben, wo ichs rauspulen konnte)

Bei Gelegenheit kann man noch das Überströmventil kontrollieren/instandsetzen/erneuern. Man kommt zwar auch bei eingebauter Pumpe ran, wenn aber die Druckleitung ab ist, gehts leichter. Das sitzt direkt hinter/unter dem Druckanschluss am Steuerblock. Ein Deckel mit zwei Schrauben verschliesst unterm Steuerblock die Bohrung hierfür und spannt die Feder.

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Die Bohrung fürs Überströmventil

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Das eigentliche Ventil

Am Ventilkegel waren bei mir einige Ausbrüche zu erkennen, kein Wunder, da das Ventil stark flattert wenn der Maximaldruck im Hydrauliksystem erreicht ist. Das Ding regelt den maximalen Druck in der Hydraulik.
Ich habe den Ventilkegel auf der Drehbank um etwa 0,2mm abgedreht und gut poliert, das Ding hat auf der einen Seite eine Zentrierbohrung. Der Winkel ist genau 45°.
Der Ventilsitz war lt. Sichtprüfung noch in Ordnung. Pedanten schleifen den Sitz vielleicht noch ein, ich habe drauf verzichtet, weil ich keine Schleifpastenreste in der Hydraulik haben will.
Durch das Abdrehen muss der Federdruck neu eingestellt werden, ich habe ein 1mm Unterlegscheibchen (vom Einspritzdüsen einstellen) gewählt, die ich vorm Zusammenbau unter die Feder gelegt habe. Die Federkraft lässt ja über die Jahrzehnte auch etwas nach, 1mm war eine gute Wahl, das Ventil regelt nun bei 140 bar ab.

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Alles wieder montiert

Bei Gelegenheit kann man auch mal den Hydraulikfilter reinigen, der das Öl vom Rücklauf filtert. Der Flansch auf dem Hydraulikvorratstank hält die Filterelemente. Hab sie in Benzin ausgewaschen und mit Druckluft durchgepustet.

Bei einem Baumaschinenservice hab ich für einen kleinen Obelix in die Kaffekasse 20l „altes“ Hydrauliköl bekommen. Die passten genau in den Vorratstank.
Das Öl wird bei neuen Maschinen nach einer Weile gewechselt, taugt aber allemal für so eine alte Russenhydraulik.
Durch die neue Pumpe und die Neujustierung des Überströmventils ist dann gleich noch ein maroder Schlauch geplatzt. Eine schöne Schweinerei, wenn Öl mit über 100 Bar in die Wallachei spritzt. Zum Glück haben die Kinder grad ein Stück weiter gespielt.

Ein einstellbares Drosselrückschlagventil in der Leitung von den Stempeln des Hubarmes ist übrigens eine unverzichtbare Verbesserung, wenn man oft schwere und teure Maschinen o.ä. auf- oder ablädt. So kann man ganz sachte den Arm senken. Die Steuerung der Hydraulikzylinder ist digital (an oder aus), mit viel Feingefühl am Hebel gehen zwar auch Zustände dazwischen, das ist aber oft Glückssache.

Auf Wunsch kann ich die Ersatzteilenummern bekanntgeben, und auch bei anderen Problemchen am MTS 50 helfen.

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Noch keine Methanbildner im Fermenter

Posted by Stefan Raabe - 21. Juni 2009

Die Temperatur war vorgestern auf 55°C, heute auf 45°C. Gasenticklung: keine. Also weiter Abwarten und Tee trinken

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