Stefanraabe's Blog

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Archive for the ‘Experimente’ Category

Nie wieder Farbe kaufen

Posted by Stefan Raabe - 6. November 2009

Jedenfalls nicht, wenn man auf naturbelassenen Lehm als Wandfarbe steht, wie ich. No-cost Lösung für Erdhöhlenfeeling.

Zutaten: Lehm & Wasser – sonst nix

*voll total Öko & nicht gesundheitsschädlich
*kost nix
*stinkt nicht
*verbessert das Raumklima wg. feuchtigkeitsregulierender Wirkung
*einfach herzustellen
*mir gefällts

Den Lehm habe ich vorher etwas aufbereitet: Den feuchten Lehm und Wasser in einen Kübel getan, dann das ganze mit dem Küchenmixer verquirlt (damit die Lehmklüter sich auflösen), bis sich eine schöne Matschepampe ergeben hat (durchfallartige Konsistenz). Nich zuviel und nich zuwenig Wasser, da muss man ein bisschen probieren.
Da mein Lehm Steinchen (und auch nach dem mixen noch einige unaufgelöste Lehmklumpen) enthielt, hab ich das ganze noch durch ein feines Sieb gestrichen (Ein alter Stahlregalboden mit ganz vielen Löchern), da jede Verunreinigung beim Auftragen nervt.

Das ist etwas zeitaufwändig, für niedere Zwecke im Nichtwohnraum könnte man auch drauf pfeifen und sich die Arbeit sparen. Nicht in jedem Lehm sind Steinchen drin, und wenn man Lehm lang genug in Wasser einweicht, kann man auch die Klümpchen zermixen.
Was sicher auch geht ist Lehmfeinputz vom Baustoffhandel, denn nicht jeder kann ja ein tiefes Loch buddeln und den Lehm zutage fördern. Vorteil ist, das das der ganz fein ist, allerding ist der mit Sand vermischt, und ergibt eine nicht so ganz abriebfeste Oberfläche.
Sand ist da drin, damit der Putz keine Schwindrisse bekommt. Lehm hat die Eigenschaft, sich beim Trocken zusammenzuziehen, das gibt Risse, die man durch Zugabe von Sand und/oder Strohhäkseln oder Haare verhindern kann. Sand schwindet nicht und Pflanzenfasern/Haare wirken als Bewährung (nehmen Zugkräfte auf).

Da ich den Lehm ja nur dünn als Streichputz auftrage, interessiert das hier nur am Rande. Ich benutze puren Lehm ohne alles, da reist nix, weil die Schicht nur sehr dünn ist.

Das Ergebnis vom „Sieben“ ist ein fein-cremiger, klebriger Schlamm, der farbmässig an Nussmuß erinnert (je nach Lehmsorte), nur flüssiger und schmeckt nicht.

Die Wände im Zimmer wurden von meinem Vorbewohner mit einer billigen komischgrünen Dispersionsfarbe gestrichen. Totaler Pfusch, weil darunter Kalkfarbe war, und die Billigfarbe nicht wirklich darauf hielt – überall entstanden weisse Kratzer, wenn man mal unsanft gegen die Wand gekommen ist.
Ich hatte keine Lust, die Farbe runterzukratzen, so hab ich direkt auf die alte Farbe gestrichen.

Durch das dunkle Grün musste die Lehmfarbe entweder in zwei Durchgängen mit einem Schwamm oder langsam aber deckend mit einem kleinen Pinsel aufgetragen werden. Die zweite Variante dauerte bei mir zwar länger, brachte aber ein besseres Ergebnis.
Damit das Grün nicht durchschimmert, musste ich wirklich dick und gefühlvoll pinseln, ohne den Pinsel stark aufzudrücken. Wobei man beim Streichputz ja auch mit verschiedenen Farbeffekten spielen kann.

Hab das ganze auch schon mal direkt auf Ziegelmauerwerk appliziert – sieht auch spitze aus.
Übrigens wird der Putz beim Trocknen um einiges heller. Tüchtig heizen und lüften hilft beim trocknen, nach etwa einem Tag ist das Wasser dann raus.
Die Wandoberfläche ist dann extrem abriebfest, vergleichbar mit einem Zement oder Kalkputz.

Mich würd noch interessieren, ob man die Pampe auch irgendwie abtönen kann – wer weiss was darüber?

Ein Blick in die Wikipedia ist auch interessant:
http://de.wikipedia.org/wiki/Lehmputz

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Noch keine Methanbildner im Fermenter

Posted by Stefan Raabe - 21. Juni 2009

Die Temperatur war vorgestern auf 55°C, heute auf 45°C. Gasenticklung: keine. Also weiter Abwarten und Tee trinken

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Biogas Brennprobe

Posted by Stefan Raabe - 16. Juni 2009

Das (Bio)gas im Müllsack, kombiniert mit einem Stück Holz als Gewicht (biologisch abbaubarer Öko-Druck), angeschlossen an einen alten Gasherd sollte die heutige Brennprobe darstellen. Pustekuchen. Im Beutel war kein Methan oder was sonst noch brennt. Das einzige, was brannte, war der Kunststoff vom billigen Kaufland-Feuerzeug.
Beim Schnüffeln am Schlauch setzte eher Nasenbrennen und Kotzreiz ein. Eine Mischung zwischen Ammoniak und Schwefelwasserstoff, schätze ich. Naja, vielleicht müssen die methanpupsenden Bakterien erst noch wachsen. abwarten…

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Update Biagas-Testanlage

Posted by Stefan Raabe - 16. Juni 2009

Nach 1,5 Tagen ist der Gasbeutel prall gefüllt. Der Inhalt des Fermenters scheint sich die Wärme selbst zu erzeugen, jedenfalls hat der Tauchsieder über Nacht nicht nachgeheizt. Das ganze hat jetzt eine Temperatur von 35°C. Heute werd ich mal sehen, ob das Gas auch brennt (ob das auch wirklich Methan im Sack ist).

Nachdem der ganze Inhalt (Wasserbad+Gärsubstrat) auf 35° aufgeheizt wurde,  hat die Heizspirale lediglich eine 3/4 Stunde in den 1,5 Tagen nachgeheizt.

Hier 2 Bilder von gestern abend:

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Mein Biogas Testreaktor

Posted by Stefan Raabe - 14. Juni 2009

Aus einem alten Azetylenentwickler (macht aus Karbid+Wasser Acetylengas zum Schweissen), wie es in der DDR tausende gab, lässt sich wunderbar ein Biogasreaktor basteln. Der Deckel schliesst luftdicht ab, hat ein Manometer, ein Überdruckventil, ein Druckregler und eine Wasservorlage gegen Flammenrückschlag (das Gas muss erst durch eine Wassersäule blubbern), ebenso eine Öffnung im Deckel, die ich für das Rührwerk genutzt habe.

Eine schöne Sonntag-Nachmittag Bastelei.

Das Rührwerk besteht aus einer Schmalkada-Bohrmaschine, einem Gestänge, geführt durch ein 1/2 Zoll Wasserrohr mit einer alten Schiffsschraube am Ende, die im unteren Drittel im Substrat hängt. Ab und zu wird das betätigt, damit der Inhalt gut durchmischt wird.

Das Ganze passt wunderbar in eine alte Stahltonne, die mit Wasser als Wärmeträger gefüllt wird. Das ganze wird mit einem 2kW Heizstab und einem Temperaturregler aus einem alten Wasserspeicher auf etwa 36°C erhitzt, damit die Bakterien sich wohlfühlen und ordentlich Methangas auspupsen.

Isoliert ist die Tonne mit einer Restpackung Glaswolle, umgeben von einem Blech, gehalten durch zwei Zurrgurte.

Das Gärsubstrat wurde hauptsächlich aus dem Komposteimer und dem Plumpsklo entnommen. Ein bisschen verrotteter Kompost „impft“ die ganze Sauce. Von der lieben Nachbarin gabs noch etwas Grasschnitt fürs Experiment. Das ganze noch mit Wasser aufgefüllt, Heizstab eingesteckt, und nun heist es abwarten.

Mit einem Zwischenstromzähler will ich prüfen, ob nur Anfangs Energie in Form von Wärme zugeführt werden muss, und ob die Bakterien irgendwann ihre eigene Wärme erzeugen.

Ein angeschlossener Gartenschlauch mündet in einen Plaste-Müllsack, und in ein paar Tagen sollte sich der Sack aufblähen, hoffe ich.

Ich werde weiter berichten.

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